von Xeon » Dienstag 18. Oktober 2011, 14:26
Kommentar: Ackermann und Banken am Pranger/Alle auf den Falschen
Weil er sich vom Staat nicht vorschreiben lassen will, dass er Geld braucht, muss Josef Ackermann mal wieder für die ganze Banken-Branche hinhalten. Dabei ist die Debatte absurd… Exklusiv hatte Josef Ackermann die Erkenntnis eigentlich nicht. "Nicht die Kapitalausstattung der Banken ist das Problem, sondern die Tatsache, dass Staatsanleihen ihren Status als risikofreie Aktiva verloren haben", sprach der Chef der Deutschen Bank und meinte: Staaten, Regierungen, Politiker haben Europa ins aktuelle Desaster geführt - und nicht die Geldhäuser. Staatliche Zwangshilfe für die Branche? Für Ackermann kein Thema. Er wird gewusst haben, was er damit auslöst - der Schweizer kennt es von der letzten Finanzkrise: Empörung allerorten. Und der leidensfähige "Watschnbaum der Republik" (Facebook-Kommentar) hielt wieder geduldig hin, während Kollegen Derartiges straffrei und quasi unbeachtet behaupten durften. Grünen-Chef Cem Özdemir fragt sich gar, "ob Herr Ackermann überhaupt an einer dauerhaften Lösung der Krise interessiert ist". Die bösen Bankbuben machen ja schließlich immer Kohle - sogar mit dem Untergang. Der neutrale Betrachter fragt sich allerdings, ob Herr Özdemir überhaupt an einer sinnvollen Aufarbeitung der Krise interessiert ist. Zur Erinnerung: Banken gehören eher zu den Leidtragenden der Krise als zu ihren Auslösern - das gilt besonders für die Deutsche Bank, deren Griechenland-Engagement vergleichsweise lächerlich ausfällt. Es sind Regierungen, die Europas Karren in den Dreck gefahren haben… Genau diese Regierungen haben die Rolle des Sündenbocks nun geschickt weitergeschoben…